Glücksspiel und Sportwetten:
Warum denn nicht?
Glücksspiel kann für viele Menschen eine unterhaltsame und spannende Freizeitbeschäftigung darstellen. Ob Sportwetten, Spielautomaten, Online-Casinos oder Lotterien – das Spiel mit dem Zufall übt auf viele eine besondere Faszination aus.
Also alles gut?
Nicht immer. Problematisch wird es, wenn das Spielverhalten zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Kontrolle darüber verloren geht. In solchen Fällen können finanzielle, soziale und psychische Belastungen entstehen. Man spricht dann von problematischem oder pathologischem Glücksspielverhalten.
Typische Anzeichen für problematisches Glücksspiel sind unter anderem:
- gedankliche Vereinnahmung durch das Spielen oder die Beschaffung von Geld zum Spielen
- steigende Einsätze, um die gewünschte Spannung zu erreichen
- wiederholte, erfolglose Versuche, das Spielverhalten einzuschränken oder zu beenden
- Unwahrheiten gegenüber Angehörigen oder dem sozialen Umfeld über das tatsächliche Ausmaß
- finanzielle Schwierigkeiten bis hin zu Verschuldung
Wie bei anderen Suchterkrankungen können auch beim Verzicht auf Glücksspiel körperliche und psychische Entzugserscheinungen auftreten. Dazu zählen beispielsweise:
- innere Unruhe und Anspannung
- Schlafstörungen
- Angstzustände und depressive Verstimmungen
- Reizbarkeit
- Nervosität und Zittern
- Aggressivität
- Gefühle von Leere
- Schuldgefühle und Selbstzweifel
- körperliche Beschwerden
Wenn das Glücksspiel zum zentralen Lebensinhalt wird, können darüber hinaus schwerwiegende soziale und existenzielle Folgen entstehen. Partnerschaften können zerbrechen, Freundschaften verloren gehen, und sozialer Rückzug kann zu Isolation führen. Nicht selten treten rechtliche Probleme, Arbeitsplatzverlust sowie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten auf. Häufig kommen psychosomatische Beschwerden und depressive Episoden hinzu, in schweren Fällen auch suizidale Gedanken oder Handlungen.
Eine Sperrung ist über das zentrale Sperrsystem OASIS im Rahmen einer sogenannten Selbstsperre oder Fremdsperre möglich. Eine Selbstsperre kann die betroffene Person jederzeit selber durchführen. Voraussetzung für eine Fremdsperre sind nachweisbare Gründe, beispielsweise drohende Überschuldung oder die Vernachlässigung von Unterhaltspflichten. Vor einer endgültigen Entscheidung wird die betroffene Person durch das zuständige Regierungspräsidium angehört.
Beratungsangebot
Die Glücksspielberatung Wolfsburg bietet Betroffenen sowie Angehörigen eine vertrauliche und kostenfreie Unterstützung. Einzeln oder gemeinsam erarbeiten wir individuelle Lösungsansätze – von einem ersten Orientierungsgespräch bis hin zur Vermittlung weiterführender Hilfsangebote oder therapeutischer Maßnahmen.
Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder online erfolgen und orientiert sich stets an den individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden. Ziel ist es, Wege aus dem problematischen Spielverhalten aufzuzeigen und nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.
Wie Sie mit uns in Kontakt treten können, sehen Sie hier.
Für Spieler:
Ist mein Spiel noch unproblematisch?
Problematisches Glücksspiel entwickelt sich häufig schleichend. Veränderungen im Spielverhalten erfolgen oft in kleinen Schritten und bleiben daher lange unbemerkt. Dies erschwert eine realistische Selbsteinschätzung.
Möglicherweise spielen Sie häufiger als früher, setzen höhere Beträge ein oder verbringen mehr Zeit mit dem Spielen als ursprünglich geplant. Auch der Versuch, Verluste kurzfristig auszugleichen, kann ein Warnsignal sein.
Eine strukturierte Selbstreflexion kann dabei helfen, das eigene Verhalten besser einzuordnen. Die folgende Checkliste dient als Orientierung und sollte möglichst ehrlich und regelmäßig durchgegangen werden.
Checkliste für Spieler:
- Unklarheit über die Höhe der eigenen Spielausgaben
- Erhöhung der Einsätze nach Verlusten
- Versuche, Verluste kurzfristig auszugleichen
- Nutzung von Geld für Glücksspiel, das für Lebenshaltungskosten vorgesehen ist
- finanzielle Engpässe, Verschiebung von Zahlungen oder Aufnahme von Schulden
- längere oder häufigere Spielzeiten als geplant
- wiederholte, erfolglose Vorsätze zur Reduktion des Spielens
- Vernachlässigung anderer Verpflichtungen zugunsten des Spielens
- zunehmende gedankliche Beschäftigung mit Glücksspiel
- Spielen als Bewältigungsstrategie bei Stress oder negativen Gefühlen
- Unruhe oder Gereiztheit bei Spielverzicht
- Schuldgefühle nach dem Spielen bei gleichzeitig fortgesetztem Verhalten
- sozialer Rückzug oder Konflikte im Umfeld
- Unwahrheiten über Spielverhalten und Verluste
Bereits einzelne zustimmende Antworten können erste Hinweise auf ein problematisches Verhalten sein. Mehrere zutreffende Punkte deuten darauf hin, dass sich bereits Muster entwickelt haben, die das eigene Leben zunehmend beeinflussen.
Besonders kritisch ist die Situation zu bewerten, wenn gleichzeitig finanzielle, emotionale und soziale Auswirkungen erkennbar sind. In solchen Fällen besteht ein deutlicher Handlungsbedarf. Eine frühzeitige Inanspruchnahme von Unterstützung kann helfen, negative Entwicklungen zu begrenzen.
Für Angehörige:
Hinweise auf problematisches Glücksspiel
Für Angehörige ist es oft schwierig, die Situation eindeutig einzuschätzen. Einzelne Auffälligkeiten wirken zunächst isoliert, ergeben jedoch in der Gesamtschau häufig ein klareres Bild.
Checkliste für Angehörige:
- unerklärliche finanzielle Engpässe
- geliehenes Geld oder aufgeschobene Zahlungen
- unklare oder widersprüchliche Angaben zu Ausgaben
- sozialer Rückzug oder zunehmende Geheimhaltung
- Unzuverlässigkeit bei Verpflichtungen
- auffälliges Verhalten im Umgang mit digitalen Geräten oder Abwesenheiten
- gereizte oder ausweichende Reaktionen bei Nachfragen
- Schlafprobleme, Unruhe oder Stimmungsschwankungen
- typische Rechtfertigungen („Ich habe alles im Griff“, „Das war eine Ausnahme“)
- Gefühl, nicht die ganze Wahrheit zu erfahren
- Konflikte und Vertrauensverlust
- eigene emotionale Belastung
- Übernahme von Verantwortung für die Folgen des Spielverhaltens
- Tendenz, problematisches Verhalten zu decken
Mehrere dieser Anzeichen sprechen für ein ernstzunehmendes Problem, insbesondere wenn finanzielle Auffälligkeiten, Heimlichkeit und zwischenmenschliche Konflikte zusammen auftreten.
Angehörigenberatung
Die Beratung von Angehörigen ist ein zentraler Bestandteil unseres Angebots. Die Auswirkungen einer Glücksspielabhängigkeit betreffen häufig nicht nur die betroffene Person selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld erheblich. Finanzielle Belastungen, Vertrauensverlust sowie Gefühle von Hilflosigkeit können für Angehörige eine große Herausforderung darstellen. Daher bieten wir auch gezielte Einzelberatungen für Angehörige an, um sie in dieser Situation zu entlasten und zu unterstützen.
Wichtig: Sie sind mit Ihrem Anliegen nicht allein – Unterstützung in Anspruch zu nehmen ist ein wichtiger und mutiger Schritt.
Kontakt
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Wenn Sie selbst betroffen oder Angehöriger sind, können Sie mit uns persönlich, telefonisch oder online sprechen. Immer kostenlos, auf Wunsch anonym. Vereinbaren Sie einfach einen Termin.
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Die Glücksspielberatung ist ein Hilfsangebot der Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg . Weitere Infos erhalten Sie hier .
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